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100 kleine Wunder- Wie die Natur heilt |
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(Ohne Datum)
Brief an das Sekretariat des Konsumentinnenforums, Redaktion "prüf mit", Zürich
Betrifft: Frau Milly Schaub, Beitrag in "prüf mit" Nr. 2
Sehr geehrte Damen
Bis jetzt war für mich immer verbindlich, was ich in Ihrer Zeitschrift gelesen habe. Aber obgenannten Beitrag finde ich einfach unfair.
Ich hatte dem letzten Vortrag, diesen Frühling, von Frau Milly Schaub beigewohnt, ohne zu wissen, worum es eigentlich ging.
Kritisch wie ich nun einmal bin, habe ich mit dem Gedanken "nützt's nüt, schad's nüt" versuchsweise, so aus Neugier, das Frühstück und das Mittagessen umgestellt nach der Schaub-Kost und siehe da, der Beweis war derart überwältigend, dass ich es eben nicht glaubte! Zurück zur alten Ernährungsform, und alle meine Blähungen, Winde, ja, auch das gefürchtete Kopfweh stellten sich wieder ein, und der unbändige Hunger nach Süssigkeiten war eben wieder da – wie immer.
Um ganz ehrlich zu sein, ich lebe gut und besser, wenn ich mich an die Schaub-Kost halte, und ich büsse, wenn ich mich eben wie nach Lust und Laune ernähre.
Vieles wurde mir durch diesen Vortrag klar. Selbsterlebtes, wie eine Gesundheitswoche, in der ich mich einfach krank fühlte, 4 Monate im Bircher-Benner Volkssanatorium, Beinbruch, der nicht heilen wollte usw. (hatte schon 14 Narkosen) und viele Gespräche mit Leuten, die sich absolut "gesund" ernährten und trotzdem stark leidend oder sogar echt krank waren.
Ich finde es nicht korrekt, diesen Beitrag nur von Dr. S. beurteilen zu lassen. Warum kommen denn nicht Menschen zu Wort, die durch diese Ernährung – es geht ja gar nicht im Wesentlichen ums Abnehmen, obwohl auch ich davon in dieser Hinsicht noch zusätzlich profitiere, als um echte Heilung – schmerzensfrei wurden? Gerechterweise müsste man doch erst überprüfen, warum jemand durch Wiederempfehlungen zu so einem grossen Patientenkreis kommt. Es geht ja nicht ums Handauflegen, sondern jeder muss sich selber engagieren und kann seinen Erfolg oder Misserfolg selber erleben. Ich glaube nicht, dass man das einfach so abfällig auf einer Seite in einer renommierten Konsumentenaufklärungs-Zeitschrift abtun darf.
Warum sprechen Sie nicht direkt mit den Patientinnen, die nach mehrjähriger Schmerzenszeit Linderung und eine schlanke Figur erhalten haben? Sicher dürfte es auch bei Ihnen Mitarbeiterinnen geben, die irgend ein Gebresten haben, sei es im Bauch, Rücken oder Kopfweh, und die diese Methode selber ausprobieren könnten, Ihr Urteil würde dann weniger mit "könnte", "sei", "pflegte'" etc. gespickt sein als mit erlebten Tatsachen. |
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Da ich Sie bis jetzt als tolerante, objektive Zeitschrift kenne, würde es mir Leid tun, wenn Sie nicht bereit wären, diese Methode von Frau Schaub auch aus der anderen Sicht kennen und beurteilen zu wollen. Klar, es braucht Mut und Charakter, sowohl von Ihnen wie von Frau Schaub, nach diesem Artikel zu einer objektiven Zusammenarbeit zu kommen, aber Sie sind, sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite, Frauen, die das Beste für Ihre Mitmenschen wollen und sicher auch tolerant und grosszügig genug, die eine die andere zu respektieren, auch wenn man das Verhalten nicht ganz verstehen kann. |
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Ich wünsche und hoffe auf eine gerechte, ehrliche Überprüfung unseres Propheten im eigenen Land.
Ich persönlich bin Frau Schaub zu Dank verpflichtet, wenn ich will, kann ich nun gesünder und besser leben, d.h. ich weiss nun endlich, wie (es ist nicht die Atkins-Diät), was und wann ich es mache; ich kann frei wählen. Ich werde nicht durch einen Werbegang dauernd von ihr berieselt, was für mich gesund ist. Sie hat nichts davon, ob ich Rüebli oder Kaviar kaufe. Sie war einfach bereit, für lächerliche CHF 5.-- Eintritt, ihre Erfahrung, ihre Selbsterlebnisse und eben auch Ihre Erfolge interessierten Menschen mitzuteilen. Was ich daraus mache, ist meine Sache, und wenn ich zweifle, steht es mir frei, es zu versuchen, zu erleben und mir meine eigene Meinung zu bilden. Gesunde Menschen werden keinen Sinn in dieser Ernährung sehen, warum auch?
Aus Dankbarkeit, und weil mich mein Gewissen dazu zwingt, einer Frau, die es wagt, zu ihrer Meinung zu stehen, obwohl sie wusste, dass sie damit vielen auf die Füsse – lies: Gewinn – steht, ist dieser Brief entstanden.
Theorie und Praxis sind wie Sonne und Mond – sie können nicht zusammenkommen.
Ihre Arbeit ist nötig – es zwingt auch Ihre Leserinnen zur Aktivität, und dafür möchte ich auch Ihnen herzlich danken und wünsche Ihnen eine gute segensreiche Zukunft.
A. J.
P.S.: Die Kopie geht kommentarlos an Frau Schaub. Sie ist ein Mensch, hat Gefühl, empfindet Leid und Schmerz. Vielleicht tut ihr dieses kleine Kerzenlicht, dass eine unbekannte Zuhörerin sich die Zeit nimmt, etwas gerechter zu beurteilen, gut. |
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